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Double Dip - Ja oder Nein? Gut oder Böse?

SEP

05


Double Dip

Nachdem nun jeder mit diesen zwei Wörtern um sich schmeißt, war ich der Meinung, dass es mal gut wäre eine kurze Zusammenfassung zu schreiben.


Dip? Klar, Kartoffelchips in leckeren Quark dippen und futtern. Das ist dippen oder auch "eintauchen", wenn man den deutschen Begriff verwenden möchte.


Ein Double Dip heißt allerdings nicht, das man den Kracker nun zweimal in den Quark eintauchen soll :-). Ein Double Dip bezieht sich auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, genauer gesagt auf den Konjunkturverlauf.


Der Standardkonjunkturverlauf sieht folgendermaßen aus:


Konjunkturverlauf

Bei einem Double-Dip dagegen, wird der Aufschwung (meistens im ersten Drittel) unterbrochen und die Konjunktur gleitet ein zweites Mal in die Rezession ab.


Börsianer und Wissenschaftler messen diesem erneuten Absinken aber unterschiedliche Bedeutungen zu. Die Börsenhändler sprechen von einer großen Gefahr, welche die Kurse wieder weit fallen lassen kann. Die Wissenschaft dagegen bewertet die erneute Schwäche als "nicht problematisch".


Die Forscher definieren eine Rezession als zwei aufeinander folgende Quartale mit einem negativen Wachstum. Wenn wir als auf der Suche nach einem Double Dip sind, dann benötigen wir 2 x zwei hintereinander liegende Quartale mit einem Minuswachstum. Und so etwas gab es zuletzt in den frühen 80er Jahren!


Als Schuldiger für einen Double Dip wird meistens die Politik genannte, die mit einem zu starken Sparkurs die aufkeimende Konjunktur zu früh angegriffen und damit wieder "zerdrückt" hat.

Aber auch die privaten Komsumausgaben sowie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen spielen eine Rolle.


In den USA sagt Ex-Merrill-Lynch-Ökonom David Rosenberg, dass er die Wahrscheinlichkeit für einen Double Dip bei 98% sieht. Jim Cramer von "TheStreet" dagegen erwartet keinen Double Dip in den USA.


Strategen der Commerzbank sehen die Kurse, so wie Jim Cramer, bis Jahresende 2010 eher steigend als fallend. Prognosen von 6.900 Punkten im DAX werden teilweise für Ende 2010 genannt.


Die EZB hält sich raus und belässt den Zins für dieses Jahr wahrscheinlich bei 1,0%. Somit ist von dieser Seite auch keine Richtungsweisung zu erwarten.


Wenn sich also schon die Profis nicht einig sind, was können wir Privat- und Normalanleger dann machen?


Ich drehe das Problem um und frage: "Kann man Aktien jetzt kaufen? Kann man sie kaufen, wenn ein Double Dip erscheint?"


Die Grafik gibt uns die Antwort:


DAX und KGV

Der DAX hat zum aktuellen Stand ein KGV von ca. 10. Das ist immer noch sechs Punkte unter dem langfristigen Durchschnitts-KGV von 16. Somit sind Aktien momentan noch günstig bewertet und man sollte jetzt bereits zuschlagen!


Sollte ein Double Dip auftauchen und die Märkte in die Knie zwingen, so ist das nur eine vorübergehende Phase, die auf jeden Fall zu weiteren Einkäufen genutzt werden muss.

Und auch wenn die Gewinnerwartungen der Unternehmen im Schnitt um 20% zurückgehen, steigt das KGV maximal auf 12 - was ebenfalls einen langfristigen Anleger zu Einkäufen animieren sollte!


Ich sehe den Double Dip nicht als Gefahr, sondern als eine einmalige Chance, nochmals günstig an Aktien - insbesondere Dividendenpapiere - ranzukommen.


Ich wünsche Euch nun viel Spaß und noch mehr Erfolg an der Börse! Alles Gute!


Euer Onassis

 

 

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