@ Onassis
Hast Du überhaupt schon mal Steuern gezahlt, Onassis?
Ich habe bei den ganzen Abgeltungssteuerdiskussionen hier das Gefühl, als ob hier Leute denken, der Staat täte uns damit einen Geschenk machen.
Das Interview mit Markus Miller, auf welches blue-storm aufmerksam gemacht hat, drückt doch alles sehr gut aus über die Abgeltungssteuer.
Onassis Wunderrechnung zur Ermittlung der Einkommenssteuer für 2008 ist einfach falsch !
In 2008 gilt das Halbeinkünfteverfahren zur Steuerermittlung.
Heißt: Nur auf die Hälfte der Gewinne wird Steuer gezahlt im Umfang des persönlichen Einkommenssteuersatzes.
Also auf das Endkapital von 27048 Euro erhält man 17048 Gewinn und nur die Hälfte davon ist für die Besteuerung zu berücksichtigen, also nur 8524,07 Euro!!!
Ist der persönl. EKSt-Satz 40 % wie es Onassis nun vorgeschlagen hat
(Durchschnittssteuersatz oder Grenzsteuersatz 40 % Onassis ??? Das kommt mir alles recht hoch vor.
Der Grenzsteuersatz wäre 40 % bei 48 000 Euro Bruttoeinkommen und der Durschnittssteuersatz bei dem Verdienst liegt
bei 25,59 %, also zu zahlende Steuer von nur 12 283,20 Euro im Jahre 2008 !!!)
dann folgt aus dem Grenzsteersatz von 40 %, daß aus dem Trading vom 17048 Euro Gewinn nur 3 409,63 Euro als Steuer zu zahlen sind[/b]. Also
Reingewinn nach Steuern aus dem Trading bleiben also im
Jahre 2008: 13 638.37 Euro. ( und nicht 10 229 Euro wie bei Onassis angenommen ).
In Jahre 2009 zahlt unser Trader automatisch die Abgeltungssteuer von 25% auf jeden Gewinn. Also:
10 000 Euro x ( 1,0075 ) hoch 100 (Trades)= 21110,84 Euro Gesamtguthaben zum Jahresende
Wir haben daher automatisch einen Gewinn nach Steuern aus dem Trading i.H.v. 11 110,84 Euro.
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Gewinn nach Steuern aus dem Trading:
2008: 13 638.37 Euro
2009: 11 110.84 Euro
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- 2.527,53 Euro Nettoeinkommen aus dem Trading.
Und gewisse Leute wollen hier erzählen, daß die neue steuerliche Rechtssprechnung für Trader vorteilhaft ist ???
Das man uns was Gutes damit will und wir uns freuen sollen ??? Hallo, Leute, die Abgeltungssteuer ist eine ernste Sache!
Da gibt es nichts zu freuen. Selbst unser Rechenbeispiel vom Mann, der 48 000 Euro Bruttoeinkommen mit 40% Grenzsteuersatz
hat, zeigt, daß er in 2009 über 2 500 Euro mehr an Steuern zahlen wird.
Noch schlimmer sieht es bei allen anderen aus, die ein niedriges Bruttoeinkommen als 48 000 Euro haben.
Der vorgeschlagene link von blue-storm drückt ja alles sehr genau aus:
http://www.calameo.com/viewer.swf?bkcod ... &langid=enDavon mal ganz abgesehen muß die erhöhte Steuerlast durch die Abgeltungssteuer mit in die Trades mitberücksichtigt werden.
Also wenn ich im DAX long bin und ein Stopp-Loss von 20 Punkten habe mit einer idealisierten Gewinn/Verlust ratio von 3:1,
dann beabsichtige ich +60 Punkte Gewinn zu machen bei dem Trade. Nach Steuern verblieben unserem 48000 Euro Mann
(3 409,63 Euro Steuern /17 048 Euro Gewinn = 20 % ) genau genommen 20 % weniger der 60 Punkte, also nur 48 Punkte.
Der 60 Punkte Run ist also nur ein 48 Punkte Run. Die 12 Punkte sind ja die fällige Steuer im Jahre 2008 nach dem Halbeinkünfteverfahren. Unser Trader hat daher bei seinem schweren Vorhaben von 3:1 in Wirklichkeit eine Nachsteuer-Gewinn/Verlust-Ration von 48:20, 2,4 : 1
Jetzt möchte ich Euch ja nicht alles sauber aufm Teller servieren. Wie es nun nach der neuen Rechtssprechung in 2009 mit
der Abgeltungssteuer aussieht, könnt ihr ja selbst ausrechnen und auf Euer eigenes Trading übertragen. Früher oder später müßt oder solltet ihr das sowieso machen. Also, wer rechnet es vor bei unserem 48 000 Mann in 2009, der im DAX long gehen will mit
dem Risiko von 20 Punkten ? Wieviel Steuern in Prozent zahlt unser 48000 Mann in 2009 ? Wieviele Punkte gibt er bei seinem long run ans Finanzamt ab ? Und was hat er nun damit für eine Nachsteuer Gewinn/Verlust ratio ?
Bei all den Berechnungen sind die Transaktionskosten überhaupt nicht berücksichtigt worden.
Ich befürchte, viele Trader laufen demnächst noch eher Gefahr, von den ohnehin hohen Transaktionskosten und der höheren Steuer innerhalb von ein paar Monaten bei ihren Trades überrannt zu werden. Der Markt ist ja auch noch zusätzlich gegen dich !
Und wenn die Steuer sofort abgeführt wird, wird Dir laufend Munition entzogen und bald hast Du schnell nichts zum Schießen.
Wenn früher viele Trader erfolglos waren, dann werden es nun durch den Liquiditätsverlust deutlich noch mehr werden !!!
Für Trader ist diese Abgeltungssteuer Gift , eine ernsthafte Gefahr, die noch mehr ins Aus manovrieren wird.
Eventuell wird sie für die ganz neuen auch eine Abschreckung darstellen. Denn wenn Du kaum was hast und ständig siehst,
wie Dir das wenige laufend abgezogen wird, dann gibst Du noch viel eher auf, um wenigstens das Wenige noch zu reten.
Die anderen gehen dann eben noch schneller hopps. Und die Masse der Trader ( die 10 % der Erfolgreichen ) werden versuchen,
noch effizienter zu traden, also noch mehr Einstiegszeitpunkte finden, bei denen sie eine höhere Gewinn/Verlust ration haben,
um die höhere Steuer damit auszugleichen.
Übrigens redet Markus Miller von Wohnsitzverlagerung als eine von drei Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Was hier jedoch vergessen wird, ist und was die wenigsten überhaupt wissen, ist, daß jeder Deutsche, der ins Ausland zieht, dennoch verpflichtet ist, mehrere Jahre lang seine Einnahmen in Deutschland zu melden und zu versteuern (anderes ähnliches Stichwort : Doppelbesteuerung).
Gruß
Rick